Gottfried Kubasta

Installateurgehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1907    † 1944

 

Lebenslauf

Gottfried Kubasta wurde am 3.10.1907 in Wien geboren. Er arbeitete als Installateurgehilfe.

KPÖ, Spanienapparat, Résistance, Unterstützung des Widerstandskampfes in Österreich

1928 trat Gottfried Kubasta der KPÖ bei. Ab 1937 arbeitete er im Spanienapparat, später war er in Frankreich in der Résistance aktiv; kehrte im November  1942 als Fremdarbeiter getarnt retour nach Österreich, um hier den Widerstandskampf zu unterstützen.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 10. 9. 1943 wurde Gottfried Kubasta verhaftet und am 25. 10. 1944 gemeinsam mit Viktor Nahodil, Ludwig Führer und Johann Maras (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 5.12.1944 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Tagesbericht der Gestapo Wien vom 10. -13. 9. 1943

„Kubasta ist seit dem Jahre 1928 Mitglied der KPÖ und vom Jahre 1930 bis zur Auflösung der KPÖ in Österreich Obmann der kommunistischen Ortsgruppe in Floridsdorf und außerdem verantwortlicher Redakteur der »Roten Fahne« gewesen. Vom Jahre 1934 bis 1937 ist er wiederholt wegen illegaler Betätigung für die KPÖ in Haft gewesen und zuletzt zu 7 Monaten schweren Kerker verurteilt worden. Im Dezember 1937 ist Kubasta aus Österreich geflüchtet und seither in Ausland aufhältig gewesen. Im November 1942 ist Kubasta im Auftrag der Auslandsleitung der KPÖ und mit Unterstützung von Funktionären der KPF, mit falschen Papieren versehen, als französischer Zivilarbeiter namens Ernst Paul Clement, nach Wien zurückgekehrt, um hier an dem Neuaufbau der KP-Organisation mitzuarbeiten.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizy, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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